4. Lebenswoche
A-Wurf
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Das Motto der vierten Lebenswoche war: Raus aus der Wurfbox, ab ins Leben! Mit dieser Woche begann die Phase der Zuwendung zur Außenwelt oder auch Prägephase genannt. Sie wird etwa bis zur siebten Woche anhalten und dann in die Sozialisierungsphase übergehen. Insgesamt brachte diese Woche so wahnsinnig viele Neuerungen, lehrreiche Eindrücke und Umwelterfahrung für die Speckmaden und ich bin so stolz auf jeden einzelnen. Sie werden nun zunehmend aktiver und agiler, für zwei, drei am Stück gibt es schon Mal richtig Party in der Villa Welpe, die Lagerbindung löst sich, der Folgetrieb setzt ein und sie erkennen bereits bekannte Reize wieder. Alle zeigen sich aufgeschlossen und interessiert an den immer wechselnden neuen Reizen und tummeln sich munter und neugierig vor allem im Welpenzimmer und teilweise auch bereits im abwechslungsreichen Auslauf, sodass im Anschluss selig und zufrieden geschlafen und alles verarbeitet werden kann. Unsere Nächte sind komplett ruhig.
Auch die Entwöhnung läuft gigantisch, alle sind wahnsinnig gierige und begeisterte Esser. Wenig überraschend bei solchen Eltern.
Ich arbeite weiter an der natürlichen Beißhemmung, denn diese ist nicht angeboren, sondern muss von den Piranhas erst erlernt werden. Eine Unterbrechung von wenigen Sekunden und das Knabbern an der Hand wird beim nächsten Versuch zum Schlecken. Zum Leidwesen von Alvas Gesäuge schreiten sie da weitaus rabiater zur Tat. Die Milch muss leider raus, aber alles gefallen lassen muss sie sich auch nicht. Wenn’s zu sehr zwickt und die Warnung nicht fruchtet, entfernt sich die mobile Milchbar eben. Pech gehabt.
Alva ist einfach eine wundervolle Mama. Rührend und hingebungsvoll, und zugleich – wie wir sie kennen – mit ganz klarer Körpersprache und Grenzen. Spielerisch, aber konsequent und deutlich erklärt sie den Blagen die Kommunikation und bringt ihnen Hundemanieren bei.
Nachdem die Jungs ja einen auf Gentleman machten und den Mädels die Flecken für ihre hübschen Punktekleider überließen, bin ich froh, dass die kleinen Herren nun endlich von den Interessenten die Aufmerksamkeit bekommen, die sie sich charakterlich so verdient haben, denn wir durften diese Woche die ersten lieben Besucher empfangen. Es freut mich ganz besonders, dass neben den Zwergen auch Alva voll und ganz überzeugt hat und andere sofort erkennen, was für eine Seele von Hund sie ist. Sie grinste freundlich, wollte immer wieder gestreichelt werden, strahlte Ruhe und Souveränität aus, war einfach Alva.
Durch den intensiven Kontakt zu verschiedenen Menschen werden die Speckmaden ganz selbstverständlich mit unterschiedlichen Typen, Stimmen, Gerüchen, Aussehen und Verhalten konfrontiert. Und natürlich reichlich geknuddelt! Besonders für spätere Familienhunde sind diese frühen, positiv geprägten Erfahrungen wichtig.
Angeblich kann in dieser Phase der Entwicklung ebenfalls die spätere Lernfähigkeit beeinflusst werden, deshalb versuche ich diese Phase nun ganz intensiv zu nutzen.
Die Wochenentwicklung der einzelnen Speckmaden:
Herr Blau
Ein sanfter Kuschelbär durch und durch. Außer es geht ums Futter, da tritt das Raubtier aus ihm hervor, am Fleischklumpen machte ihm niemand etwas vor. Raus muss er nicht unbedingt, in vertrauten Gefilden gefällt es ihm bestens. Und wenn er nach draußen gesetzt wird, nun dann schläft er eben da und zwar so entspannt, dass man ihn später hineintragen muss. Am Kabbeln der anderen beteiligt er sich eher selten und nimmt lieber die Zuschauerrolle ein, seine soziale Interaktion mit den Wurfgeschwistern beschränkt sich meist auf zärtliches Knabbern. Dafür wedelt er stets fröhlich mit dem Schwänzchen und kommt zielstrebig auf mich zugetapst, möchte schmusen und hat einfach ein rundum angenehmes, höfliches Wesen. Auch beim ersten Besuch nahm er die Interessentin sofort für sich ein, schlief seelenruhig in ihrem Schoß und hat ihr Herz erobert. Ich freue mich riesig, denn die beiden haben Großes vor!
Herr Grün
Der schnuckelige Gentleman entdeckt immer öfter seine herrlich freche Seite und sucht sich gerne einen Spielpartner zum geschwisterlichen Raufen. Auch draußen ist er selbstbewusst und unerschrocken, interessiert sich für alles Neue und nahm sogar schon einen Nipp aus dem merkwürdigen Wassernapf. Beim Füttern ist er kaum zu bremsen und weiß schon beim Bringen zum gewohnten Futterplatz genau Bescheid, was ihn Tolles erwartet. Er lässt sich wirklich zu allem begeistern, drängt sich aber nicht in den Vordergrund und kann das Getümmel der anderen auch mal einfach nur ruhig beobachten, ohne sich selbst ins Abenteuer stürzen zu müssen. Besucher wickelt er charmant um seine kleinen Pfötchen und nimmt sie mit seiner sanft-verschmusten und liebevollen Art für sich ein.
Frau Orange
Die gemütliche Schmusebacke ist so fokussiert auf mich wie niemand sonst. Mit ihren dunklen Augen himmelt sie mich an, tappelt stets freudig zu mir, wenn sie mich erblickt, schmiegt sich an, ist glücklich und ich erst. Sie ist so eine sanfte Seele. Bin ich als Kuschelpartner nicht verfügbar und sie hat Laune, erkundet sie aufgeweckte die Umgebung, schleppt ein Tau im Mäulchen durch die Gegend, turnt auf dem Balanceboard oder untersucht ein Knisterkissen. Ich erkenne bei ihr zu diesem Zeitpunkt Parallelen zu Welpen, die später auf unilateral getestet und im weiteren Verlauf dann im Alltag völlig unproblematisch hören. Ganz sicher bin ich mir noch nicht, bei ihrem ausgeglichenen Temperament würde es mich aber nicht wundern, wenn da zumindest ein Öhrchen auf Müßiggang geschaltet ist.
Frau Mint
Die tapfere Kämpferin hatte an den großen Fleischbrocken am wenigsten Ausdauer, dafür kann ihr in Sachen Mut niemand das Wasser reichen, wortwörtlich, denn sie war die Erste, die den Napf erforscht und daraus genippt hat. Sie hatte sich in der begrenzten Wurfbox wahrscheinlich schlicht gelangweilt und war deshalb eine kleine Drama-Queen. In der Villa Welpe ist von Protesten nichts mehr zu hören. Hier hat sie reichlich Beschäftigung, kann immer wieder neue Reize entdecken und sich ausprobieren. Beim Wechsel der Laken in der Wurfbox versucht sie beherzt über die Absperrung zu klettern. Sie hat einen starken Charakter, weiß, was sie will, und kämpft auch dafür. Zumeist ist es ausgiebiges Schmusen mit mir inklusive dem Genuss von wohltuendem Ohrenkraulen.
Frau Lila
Die kleine Pflaume meckerte sich auch munter durch die vierte Lebenswoche. Sie liebt die Knisterwürfel, da kann sie so herrlich die Zähnchen drin versenken und hat plötzlich nichts mehr zu protestieren. Auch mit ihren Geschwistern spielt sie sehr viel, da geht es mal ordentlich zur Sache und im nächsten Moment wird ganz zart das Öhrchen geknabbert. Sie kuschelt super gerne, liegt meistens im Pulk und hält sich am liebsten dort auf, wo es ihr vertraut ist. Beim Hinausgehen ist sie daher nicht die Mutigste, nach drinnen wiederum muss man sie später aber ebenso bitten. Bei ihrer Augenfarbe bin ich mir noch nicht ganz sicher. Die ihrer Geschwister ist doch dunkler. Eventuell leuchten sie ja blau, wir werden es in zwei Wochen sehen. Sie muss eben immer auffallen und es würde auf alle Fälle zu ihrem offiziellen Namen passen.
Frau Rosa
Die mutige Entdeckerin hielt sich zu Wochenbeginn schon neugierig im Durchgangsbereich zum Auslauf auf und schnupperte sich interessiert durch die vielen neuen Eindrücke. Die ersten Pfötchen auf den Strukturmatten waren ihre, auch durch den Tunnel ist niemand vor ihr gegangen, auf dem Balanceboard hält sie sich gekonnt, für Besucher ist sie super aufgeschlossen und überhaupt ist alles spannend und interessant und muss erkundet werden. Die optische Mini-Alva ist begeistert und möchte definitiv etwas erleben, ist aber grundlegend wie alle Wurfgeschwister sehr entspannt, gelassen, unaufgeregt und wahnsinnig verschmust. Eine perfekte Mischung. Nur beim Futtern ist sie eher die Genießerin und schlingt nicht ganz so verhungert wie die anderen Speckies.





