3. Lebenswoche
A-Wurf
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Die dritte Lebenswoche stand unter dem Motto: Geräuschgewöhnung!
Die Ohren sind bei allen geöffnet und ich bin guter Hoffnung, dass fast alle Speckmaden hören. Ob ein- oder beidseitig wird die AEP zeigen. Den Termin von Herrn Dr. Kröger habe ich für Ende August bekommen. Bis dahin heißt es Hoffen.
Die Speckmaden sind an unsere Alltagsgeräusche gewöhnt, menschliche Stimmen, Haushalt, Türklingel, Radio, Fernseher, Geschirrklappern, Regengeplätscher, Glöckchen, Händeklatschen, vorbeifahrende Autos, Passanten und Vogelgezwitscher, all das haben sie bereits ganz unaufgeregt kennengelernt, sogar die Feuerwehr ist mit lauter Sirene schon durch die Straße geprescht, das Müllauto kam mehrmals rumpelnd vorbei und der Hochzeitskorso hupte ausdauernd. Außerdem gibt sich unser kleiner Sohn größte Mühe, die Speckies mit Kinderlärm vertraut zu machen. Die Zwerge nehmen alles mit einer traumhaften Selbstverständlichkeit hin. Mein Züchterherz jubelt.
Besonders die ersten drei Lebenswochen sind in der Entwicklung der Welpen wichtig. In freier Wildbahn halten sie sich bis etwa zu diesem Zeitpunkt in der Wurfhöhle oder der unmittelbaren Umgebung auf, anschließend entdecken sie nach und nach die Welt. Die Welpen befanden sich bisher – wohlumsorgt von der Mama – im Dauerentspannungszustand, waren keinem großen Stress ausgesetzt und konnten sich voll auf das Wachstum konzentrieren. Alles, was sie erlebten und ich ihnen versucht habe bewusst zu präsentieren, speichern sie als selbstverständlich ab, es ist weder schlecht noch gefährlich, sondern einfach das Leben.
Die dritte Lebenswoche der Welpen war eine schnelle Übergangsphase und damit in ihrer physischen und sensorischen Entwicklung enorm wichtig. Der rasant verlaufende Reifeprozess vom Saug- und Schlafstadium zum aktiven Entdecken der engeren Umwelt, die erste soziale Kontaktaufnahme zu den Geschwistern und damit die ersten Spielaktivitäten untereinander mit gegenseitigem Belecken und Anknabbern (in der Reihenfolge Herr Grün, Herr Blau, Frau Mint, Frau Rosa, Frau Lila, Frau Orange ist eher noch zaghaft in der Interaktion), die erste optische und akustische Wahrnehmung, das Durchstoßen der ersten Milchzähne, das selbständige Harn- und Kotabsetzen, das erste super süße Schwanzwedeln, all diese vielen ersten Male zeichneten diese sehr ereignisreiche Woche aus und schenkte den Speckies ein Stück Unabhängigkeit von Alva und ihr wiederum mehr Freiheit von den Kleinen.
Die Welpen beginnen nun, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und ihre Interaktion geht nun über das Kontaktliegen und die Knäuelbildung hinaus, was für die Entwicklung der Sozialkompetenzen von größter Bedeutung ist. Auch zum Menschen suchen sie neugierig Anschluss, erkennen Gesichter und speichern sie im Gedächtnis ab. Mich werden sie hoffentlich ihr ganzes Leben lang fröhlich wiedererkennen.
Während sich die Jungs wirklich über nichts beklagen, sind die Mädels alle kleine Meckerziegen. Kuscheln mit mir tun sie aber alle unglaublich gerne.
Die dies wöchentlichen Charakter-Updates zu jedem:
Herr Blau
Ich kann mich nur wiederholen, einfach tiefentspannt, rundum. Wirklich ein ganz gelassener, höflicher Gentleman und der Erste, der mich mit freudigem Schwanzwedeln begrüßt hat. Er begann als Zweiter mit der sozialen Interaktion mit den Wurfgeschwistern und knabbert am liebsten am Öhrchen von Frau Rosa herum. Im „Raufen“ mit Frau Mint leistet er keinen Widerstand und nimmt lieber den Spielpart von unten ein. In fremder Umgebung zeigt er sich neugierig, selbstbewusst und unerschrocken.
Herr Grün
Wie immer der Erste mit allem und knabberte seinen Geschwistern schon einen Tag vor den anderen an den Pfoten herum. Aufgeschlossen, verspielt und neugierig, aber genauso entspannt und seelenruhig, klagt nicht, auch Neuerungen nimmt er ohne Scheu hin, geht mutig voran auf Entdeckungstour, orientiert sich aber auch immer wieder an vertrauten Gerüchen.
Frau Orange
War diese Woche doch sehr unauffällig und gehört mittlerweile zu den Gemütlichen, sie ist die Langweilerin im Wurf. Am liebsten schmust sie trotz der hohen Temperaturen mit einem Schaf oder kuschelt noch viel lieber mit mir. Im Spiel mit den Wurfgeschwistern hält sie sich noch etwas zurück. In fremder Umgebung sitzt sie die Situation immer erst einmal kurz und entspannt aus, bevor sie sich dann gemächlich an die Erkundung macht.
Frau Mint
Nach wie vor die Drama-Queen, wenn ihr etwas nicht passt. Zu hungrig, zu warm, alles wird besungen. Vermutlich will sie immer nur eine Extra-Kuscheleinheit von mir abstauben, sie liebt es, in meinem Arm zu schlafen und ihre Öhrchen gestreichelt zu bekommen. Sie war die Dritte bezüglich der sozialen Kontaktaufnahme und findet in den Jungs und Frau Rosa bereitwillige Spielgefährten. Aus der Wurfbox herausgesetzt springen bei ihr sofort der neugierige Schnüffelmotor und der fröhliche Schwanzwedeldetektor an.
Frau Lila
Die kleine Pflaume kann von allen am schönsten heulen mit ihrem kleinen, dunklen Schnütchen. Wenn sie erst einmal in Fahrt ist sich zu beschweren, muss der Sturm auch toben und sie braucht eine Weile, um sich abzuregen. Als es so warm war, brauchte sie am meisten Zuspruch und hat es sichtlich genossen, im Rampenlicht zu stehen. Als Fünfte im Bunde betrachtet sie ihre Geschwister seit gestern nicht mehr nur als bequeme Liegefläche, sondern auch als Spielekumpel und geht dabei herrlich frech zu Werke. Ohne Ton geht’s natürlich auch hierbei nicht. In ungewohnter Umgebung braucht sie einen kurzen Moment und tapst dann aber neugierig drauf los.
Frau Rosa
Sie ist diese Woche tatkräftig der Girl-Group beigetreten und hat ebenfalls ihre gesangliche Ader entdeckt, wenn Mama für ihren Geschmack mal wieder zu langsam ist. Als Vierte begann sie mit dem Spielen und nutzt seither jede Möglichkeit, sich darin zu probieren. Mit fremder Umgebung konfrontiert, geht sie kühn, unerschrocken und interessiert sofort auf Streifzug und findet alles spannend, sie ist in ihrem Entdeckerdrang auf den immer besser funktionierenden Beinchen kaum zu bremsen.





