22. Lebenstag

Wir starten in die vierte Lebenswoche! Und damit aus bisher ungewohnter Umgebung. Die Speckmaden erobern das Welpenreich! Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Es wird aufregend und wuselig. Ich freu mich!

Die wirklich aller ersten Reaktionen der Speckmaden:

Herr Blau: Selbstbewusst auf Entdeckungstour, als Zweiter beherzt aus der Kiste gestapft und interessiert vorne mit dabei.

Herr Grün: Verstand die Aufregung manch andere nicht, machte unerschrocken sein Ding und war wie gewohnt unauffällig.

Herr Braun: Mutig voran als Erste raus auf die Strukturmatten, immer bereit, alles furchtlos zu erkunden, aber bitte mit Ton.

Herr Orange: Selbstverständlich der Souveränste, inspizierte ohne Scheu wirklich alles und traute sich am weitesten weg.

Herr Gelb: Fand wie erwartet sofort Muttis Zitzen in der Box und blieb dort auch gemütlich hocken, Zeit zum Erkunden ist später.

Herr Rot: Regte sich zuvor am meisten auf, war dann aber ganz zurückhaltend und kommentierte lieber das beobachtete Treiben.
Komplett umgezogen sind sie noch nicht. Warum? Bauchentscheidung. Wirklich, es gibt keinen konkreten Grund. Theoretisch dürften sie, praktisch warte ich lieber noch ein paar Tage. Tagsüber werden die Speckmaden nun aber immer mehr Zeit dort verbringen, schlafen und vor allem die Nacht verbringen sie aber noch mindestens bis zum Wochenende neben meinem Bett. Dann wird auch die große Wurfbox rübergewuchtet werden.

Auch in der Villa Welpe wird selbstverständlich die Geräuschgewöhnung fortgesetzt. Mit reichlich Familienanschluss und Besuchern, die ab jetzt regelmäßig einfallen werden, aber auch über das Radio und Geräusch-CDs für Laute, die sich in der Kinderstube nicht so leicht natürlich umsetzen lassen. Wer veranstaltet schon ein echtes Feuerwerk oder Gewitter in der Bude? Alles aber wohldosiert, denn die Speckies sollen es entspannt aufnehmen und nach den kurzen Geräuscheinheit auch wieder zur Ruhe kommen, um ihren vielbenötigten Schlaf zu bekommen. Ich hoffe nach wie vor, dass alle mindestens über ein funktionierendes Öhrchen verfügen.
Mit dem Beginn der vierten Lebenswoche starte ich mit der Entwöhnung. Die Zwerge bekommen heute und morgen Hühnerschenkel angeboten, an denen sie sich ausprobieren und auf den Geschmack kommen sollen. Erst ab übermorgen belohne ich die kleinen Gourmets für ihre Bemühungen mit handverlesenen Kleinstmengen Tatar oder feingewolftem Fleisch. So stärke ich die Bindung und die Speckmaden bekommen direkt den positiven Bezug zur menschlichen Hand.
Der Magen des Welpen ist bis zum 21. Tag ausschließlich auf die Verarbeitung von Muttermilch (oder gehaltvollem Ersatz) ausgerichtet. Das Verdauungssystem ist noch empfindlich. Die Enzyme waren bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht leistungsfähig genug, die Verdauungskapazität für feste Nahrung also schlicht noch nicht voll entwickelt, wodurch nicht alle wichtigen Nährstoffe hätten aufgenommen werden können. Anders gesagt, sie besaßen noch nicht die Fähigkeiten der oralen Toleranz. Um allergische Reaktionen, Futtermittelunverträglichkeiten und Schäden zu vermeiden, erfolgt die Entwöhnung deshalb schrittweise und nicht zu zeitig. Ich lasse mir also bewusst damit Zeit, auch weil Dixi die Speckies noch gut alleine ernährt bekommt.
Ausnahmslos alle hatten am Schenkel aber sofort den Dreh raus und unfassbar großes Interesse! Damit würde ich sagen, Bock auf feste Nahrung: check! Nach dem wirklich anstrengenden Zutzeln gab’s von Dixi eine Portion Milch spendiert und alle verfielen erschöpft in seliges Schlummern.

Und weil das an Neuerungen noch nicht genug war, gab’s heute sogar schon den ersten ganz, ganz lieben Besuch, der weit angereist, sich schon so lange darauf gefreut hat, die Speckies endlich persönlich kennenzulernen, und deshalb heute tatkräftig mithelfen durfte.

Was für ein Tag! Da hat’s nach der abschließenden abendlichen Spieleinheit auch keinen mehr gejuckt, dass ich die Krallen wieder gestutzt habe.