4. Lebenswoche

Uhm… Halbzeit? So irgendwie grob gerundet und zugegeben die für mich weniger arbeitsintensive, aber trotzdem… Halbzeit mit dem Speckies oder zumindest für den Welpenblog!

Das Motto der vierten Lebenswoche war: Raus aus der Wurfbox, ab ins Leben! Mit dieser Woche begann die Phase der Zuwendung zur Außenwelt oder auch Prägephase genannt. Sie wird etwa bis zur siebten Woche anhalten und dann in die Sozialisierungsphase übergehen. Insgesamt brachte diese Woche so wahnsinnig viele Neuerungen, lehrreiche Eindrücke und Umwelterfahrung für die Speckmaden und ich bin so stolz auf jeden einzelnen. Sie werden nun zunehmend aktiver und agiler, für zehn Minuten am Stück gibt es schon Mal richtig Party in der Villa Welpe, die Lagerbindung löst sich, der Folgetrieb setzt ein und sie erkennen bereits bekannte Reize wieder. Alle zeigen sich aufgeschlossen und interessiert an den immer wechselnden neuen Eindrücken und tummeln sich munter und neugierig vor allem im Welpenzimmer und den Ausflügen in den Garten, sodass im Anschluss selig und zufrieden geschlummert und alles verarbeitet werden kann. Unsere Nächte sind ruhig abzüglich der wenigen Momente, in denen Dixi einen nächtlichen Snack serviert. Die Entwöhnung läuft gigantisch, alle sind wahnsinnig gierige und begeisterte Esser, alles bleibt drin und wird super vertragen.

Ich arbeite weiter an der natürlichen Beißhemmung. Diese ist nicht angeboren, sondern muss von den Piranhas erst erlernt werden. Gerade mit Kleinkind liegt da nochmals ein besonderer Fokus drauf und aktuell ist die Phase, wo alles gerne angenagt wird, um es zu erforschen. Eine Unterbrechung von wenigen Sekunden und das Knabbern an der Hand wird beim nächsten Versuch zum Schlecken (leider ist das nach ein Mal Schlafen schnell wieder vergessen).
Zum Leidwesen der Mutterhündin schreiten die Vampire am Gesäuge erfahrungsgemäß weitaus rabiater zur Tat. Die Milch muss leider raus, aber alles gefallen lassen muss sich Dixi natürlich auch nicht. Wenn’s zu sehr zwicken sollte und die Warnung nicht fruchtet, entfernt sich die mobile Milchbar eben. Pech gehabt. Aber bisher, toi toi toi, läuft es noch absolut harmonisch und Dixi hüpft bereitwillig und selbstständig zum Säugen.

Wie schon ihre Mama und Oma ist Dixi einfach eine wundervolle Mutterhündin. Rührend, hingebungsvoll, instinktsicher und – wie wir sie kennen – zunehmend verspielter umsorgt sie die Speckies. Bisher gab es noch keinen Moment, in denen Ansagen ihrerseits erforderlich gewesen wären. Ich bin aber sicher, diese Momente werden kommen, und ich hoffe, dass sie wie schon im letzten Jahr bei unseren A-chen mit ganz klarer Körpersprache agieren und Grenzen setzen wird. Spielerisch, aber konsequent und deutlich, sodass die immer frecher und mutiger werdenden Blagen die Kommunikation und ersten Hundemanieren von ihr lernen.

Die Jungs schmücken ihre Punktekleider mit immer mehr Tupfen, machen sich hübsch für all die Besucher, die sie bereits empfangen haben und noch willkommen heißen werden. Alle bekamen reichlich Aufmerksamkeit und der eine oder andere hat sich bereits in Herzen gemogelt. Es freut mich ganz besonders, dass neben den Zwergen auch Dixi als Mama überzeugt hat.
Durch den intensiven Kontakt zu verschiedenen Menschen werden die Speckmaden ganz selbstverständlich mit unterschiedlichen Typen, Stimmen, Gerüchen, Aussehen und Verhalten konfrontiert. Und natürlich reichlich geknuddelt! Besonders für spätere Familienhunde sind diese frühen, positiv geprägten Erfahrungen wichtig.
Angeblich kann in dieser Phase der Entwicklung ebenfalls die spätere Lernfähigkeit beeinflusst werden. Wie hab ich noch nicht herausgefunden. So oder so versuche ich diese Phase nun ganz intensiv zu nutzen.
 
Die Wochenentwicklung der einzelnen Speckmaden (wobei ich praktisch zu allen einfach nur schreiben könnte, sie sind entspannt, unkompliziert, verfressen, verspielt, verschmust, aufgeweckt, aufgeschlossen und alles an Synonymen davon):

Herr Blau
Der Schönwetterhund. Da kommt Oma Alva durch. Auf Betriebstemperatur souverän, cool, an allem und jedem interessiert, unerschütterlich jede neue Situation meistern und gerne auch mit Anlauf irgendwo wagemutig draufgehen, beim Hauch von Kälte aber einen auf bibbernde Frostbeule machen und auf Hilfe hoffen statt sich zu bewegen. Er ist wunderbar verspielt mit den Geschwistern und ein sanfter Kuschelbär mit mir. Nur wenn es ums Futter geht, kommt das Raubtier in ihm hervor. Am Fleischklumpen machte ihm niemand etwas vor und auch bei den Mahlzeiten gehört er stets zu denjenigen, die als Letzte den Napf verlassen.

Herr Grün
Der unauffällige Gesell braucht, konfrontiert mit neuen Eindrücken, zunächst eine Weile, um sich darauf einzustellen. Dann allerdings hat er die meiste Ausdauer von allen, sucht sich reichlich Beschäftigung, gerne mitten im Getümmel, und schnupperte sich interessiert durch die vielen neuen Eindrücke. Sein Folgetrieb ist bereits schön ausgeprägt und mit mir an seiner Seite lässt er sich zu allem ermutigen und noch besser schmusen. Unter den Geschwistern ist er ein gern genommener Spielpartner und versenkt ansonsten mit Vorliebe die Zähnchen in einem Knisterwürfel. Konstant führt er das Gewichtsprotokoll an und verschmäht keine Mahlzeit.

Herr Braun
Der mutige Entdecker, der mit seinem angenehm zurückhaltenden, aber stetigen und standhaften Gemüt immer ein bisschen unter dem Radar läuft. Er drängt sich nicht in den Vordergrund, macht einfach taff und beherzt sein Ding, geht neugierig auf weite Schnuppertour und interessiert sich für alle neuen Eindrücke. Er möchte etwas erleben. Egal ob Strukturmatten, Tunnel, Balanceboard, Besucher, alles ist alles spannend und muss erkundet werden. Unaufgeregt und sicher in jeder Lebenslage. Egal ob im Pulk oder alleine schlummernd. Ohne übermäßiges Gewusel. Nur gelegentlich überkommt es ihn und er zwickt fies in den Pelz eines Bruders.

Herr Orange
Der aufgeweckteste und wachste im Wurf, wenn es darum geht, neue Dinge zu wagen und Fremdes aktiv kennenzulernen. Er lässt sich wirklich zu allem begeistern, geht aber auch unerschrocken seiner eigenen Wege. Neugierig und ausdauernd stützt er sich in jedes Abenteuer, findet eigenständig Lösungen für Probleme und zeichnet sich durch ein wundervolles Maß an Ansporn, Toleranz, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen aus. Zudem verfügt er über ein herrlich freches Wesen und lässt sich im geschwisterlichen Raufen nie unterkriegen. Steckt er einen hinterlistigen Hieb von einem Bruder ein, feuert er gewillt zurück, womit die Rangelei schnell ein Ende findet.

Herr Gelb
Der sanfte Gentleman mit ausgeglichenem Temperament verfügt bisher über den ausgeprägtesten Folgetrieb im Wurf. Er findet mich immer und wedelt stets fröhlich mit dem Schwänzchen, kommt zielstrebig auf mich zugetapst, möchte gemütlich schmusen und hat einfach ein rundum angenehmes, höfliches Wesen. Couragiert und entschlossen erforscht er nach kurzem Beobachten neue Situationen. Auch am Kabbeln der anderen beteiligt er sich zunächst eher wenig und nimmt lieber für einen Moment die Zuschauerrolle ein. Sind die ersten Rauferei ausgetragen, wirft er sich munter ins Geschehen und kann genauso gut austeilen wie einstecken.

Herr Rot
Der gesellige Raufbold kuschelt super gerne, liegt meistens im Pulk und hält sich am liebsten dort auf, wo es ihm vertraut ist. In ungewohnter Umgebung ist er daher nicht der Mutigste und braucht einen Augenblick, um sich völlig unaufgeregt auf das Fremde einzustellen. Hat er sich dann mit der neuen Situation akklimatisiert, ist er kaum zu bremsen und hüpft munter, aktiv und selbstbewusster als manch anderer durch alle Stationen. Er zeigt die meiste Interaktion mit den großen Mädels (ob vom Appetit oder Spieltrieb geleitet) und ist stets zum geschwisterlichen Kräftemessen aufgelegt. Ich bin mir mittlerweile sicher, sein rechtes Öhrchen ist nur Deko. Hören kann er mit dem anderen trotzdem noch weitaus besser als ich und wird im Alltag keine Schwierigkeiten haben.