29. Lebenstag

Auftakt zur fünften Woche! Und damit erweitern wir den Bewegungsradius nun endgültig. Her mit so vielen Erfahrungen wie möglich!

Der Umzug ist endgültig vollzogen. Gestern Abend haben wir die Wurfbox ins Welpenzimmer gewuchtet und ich hab da durchaus ein paar Tränchen verdrückt. Wieder ein Abschnitt, der endet, und der nächste Schritt in die Unabhängigkeit. Die Speckies residieren damit nun frei in ihrem Spielesalon. Die erste Nacht wurde bereits im neuen Domizil verbracht und sie war wie erwartet abgesehen vom Säugen ruhig. Schlafplatz der Wahl war bei den Fleckenteufeln übrigens nicht die vertraute Schlummerkiste (dafür lag Dixi die meiste Zeit alleine da drin), sondern die Hundebox.
Die Kleinen hätten bereits vor einer Woche vollständig umziehen dürfen. Ich denke aber, vor allem für Dixi war es eine gute Entscheidung zu warten und mir die Mühe zu machen, die Zwerge mehrmals am Tag in ihren Wachphasen rüberzutragen, sodass sich alle ganz sanft an die neuen Räumlichkeiten gewöhnen können. Denn auch Dixi muss ja nun dort nächtigen und hat viel Platz für sich, wo sie die Milchvampiere maximal akustisch nerven können. Wobei Hunde und besonders Mamas da ja sehr geübt sind, solche Töne auszublenden. Dixi ist es allerdings gewohnt, bei uns im Bett unter der Decke zu pennen, und so erfordert es von ihr doch eine gewisse Umstellung. Ich werde ihr deshalb noch ein paar Nächte zur Seite öhm liegen.

Die Pforten öffnen sich damit auch zum Außenbereich der Villa Welpe. Viele Spielelemente laden zum Ausprobieren und Lernen ein. Wann immer es ihr Schlafverhalten und das Wetter anbieten, locke ich die Speckies ab jetzt so oft es geht nach draußen in den abwechslungsreichen Auslauf. Da gibt’s ganz viel zu entdecken, was für die kleinen Abenteurer gebastelt wurde, sodass sie Erfahrungen sammeln können, die sie hoffentlich optimal auf ihr späteres Leben vorbereiten werden.
Auf einen Pool verzichte ich zu dieser Jahreszeit und auch fürs Bällebad sind sie mir noch etwas zu klein, aber durch knisternde Tunnel und Häuschen kann gewetzt werden, Geschicklichkeitsübungen wie Wackelbrett, Wippe, Hängebrücke und Treppchen fördern Balance, Motorik und Selbstbewusstsein, Klapperdosen, Bänder und Windspiel setzen Reize, unser angelegter Barfußpfad lädt zum Erkunden von unterschiedlichen Untergründen wie Steinen, Pflaster, Holz, Knisterfolie, Gitter, Fliese, Röhren und Strick ein, verschiedene Taue liegen zum Kauen bereit.

Nach zehn Minuten Entdeckungstour schlägt die Stimmung Richtung Bibbern und Knäuelbildung und damit geht’s ab zurück ins Warme. Es ist so unfassbar schön mit anzusehen, wie alle kleinen Racker furchtlos und neugierig die verschiedenen Stationen erklimmen und eifrig bewältigen.
Noch passen sie nicht durch die Klappe und die Tür steht bei diesem Wetter natürlich auch nicht ständig offen. Entsprechend bestimme ich im Moment darüber, wann ich die Schönwettermatiner rausschmeiße. Solange es trocken ist, wird das auch genutzt! Und wenn ich schnell genug bin, werden sogar alle Geschäfte schon artig draußen erledigt.

Auch Oma Alva und Tante Else sind nun immer mehr Teil vom Alltagsgeschehen der Speckies, sind für Manieren und Bespaßung zuständig. Alle großen Mädels machen das auf ihre Art fantastisch!
Durch ihren Aufenthalt im Abenteuer-Auslauf lernen die Speckies kontrolliert zudem nach und nach freundliche, sozial kompetente, verhaltenssichere Hunde anderer Rasse kennen. Ich bin sehr dankbar für diese lieber Kontakte, die den Kleinen zeigen, dass nicht alle Hunde Pünktchen sind (Dalmatiner sind erfahrungsgemäß kleine Rassisten und spielen – wenn sie die Auswahl haben – meist mit dem anderen Tupfentier).

Es gibt unter Züchtern ja offenbar so eine Grundsatzdiskussion über das Wieviel beim Füttern. Restriktiv oder doch eher so viel, bis jeder mehr als satt ist? In der Tat halte ich es mit der ersten Gruppe. Wachstum erfordert unglaublich viel Energie, aber sie haben dafür auch unglaublich viel Zeit. Hungern muss selbstverständlich niemand hier. Aber nach dem Essen sollen die Welpen noch mobil sein und keinen Kullerbauch haben.
Eine Ausnahme bildet eben solch eine oben genannte Neuerung oder die vielen neuen Reize und überwältigende Eindrücke. Nach Ausflügen ins Freie sind die Spielphasen extrem verkürzt, dafür wird ausgiebig geschlafen und verarbeitet. Und das tut’s am besten eben doch mit vollem Bäuchlein.
Aktuell bekommen sie von mir neben Dixis regelmäßigem Säugen drei zusätzliche Mahlzeiten. Bei einer davon dürfen sie sich richtig schön vollstopfen, bis nichts mehr reingeht. Der Rest bleibt für die tolle Mami.