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Heute blieb mir nicht allzu viel Zeit, die Speckies fotografisch zu begleiten. Wobei, das ist nicht ganz korrekt. Zeit war schon, so irgendwie, die Motivation für die Kamera allerdings eher mäßig. Deshalb gibt es heute nur ein paar Schlafschnappschüsse und eine große Portion „mitten aus dem Leben“ kurz vor dem Zapfenstreich. Entsprechend wenige Stationen sind noch aufgebaut, um wenig Anreiz zu bieten herumzutollen. Nachts schlafen die Zwerge praktisch schon durch.
Zumindest je nach Definition. Ein Mal fix kackern, vielleicht zwei Mal pullern ist es bei allen natürlich schon noch, aber dann geht’s direkt wieder ab in die Schlummerkiste. Auch für das nächtliche Geschäft wird immer zuverlässiger der Kunstrasen im Durchgangsabteil aufgesucht. Tagsüber machen das alle Speckies nach meinen drei großen S – Spielen, Schlafen, Spachteln (so als Tipp für die zukünftigen Dosenöffner) – auch immer besser. Und wenn ich schnell genug bin sowieso.
Ich bin jemand, der viel fotografiert. Irrsinnig viel. So „ich brauche größere Speicherkarten und eine weitere Festplatte“ viel. Erinnerungen festhalten heißt die Devise. Die gemeinsame Zeit ist begrenzt und der Mensch neigt leicht zum Vergessen, wenn er keine Stützen hat. Während die zukünftigen Familien hoffentlich viele, viele glückliche, gesunde Jahre mit ihrem Süßling verbringen dürfen, bleiben mir nur Wochen. Deshalb ist es mir wichtig, die Kamera auch einfach mal zur Seite zu legen, bewusst den Moment zu genießen. Ohne Objektiv vor der Nase. Mit meinen Augen betrachten statt durch die Linse.
Meist nehme ich mir diese Zeit, wenn sowieso Besucher da sind, und besonders vor dem nächtlichen Einschlafen, also nach der letzten Mahlzeit und der finalen Tobe-Runde. Streicheln, schmusen, kuscheln, Kontaktliegen. Oft ist es gar nicht so leicht, dann wieder aufzustehen, wenn zwei auf meinem Schoß dösen, zwei an mich geschmiegt liegen und zwei zufrieden ein Nest in meinen Armen gebaut haben. Ein Gefühl der Glücksseligkeit, das sich nicht in Worte fassen lässt, und so unglaublich wichtig ist. Ohne den Finger auf dem Auslöser, ohne den Fokus auf dem richtigen Knips. Ohne es mit jemand anderem teilen zu können. Einfach nur meine Speckies und ich. Es gibt kein „zu viel“ davon.









