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Mein persönliches Highlight der zweiten Lebenswoche war ganz klar: Augen auf! Damit haben sie für mich definitiv die nächste Stufe der Niedlichkeit erreicht.
Und die Punkte kommen! Nach wie vor kleidet sich Herr Orange in die größten und intensivsten Flecken, auch Herr Rot zeigt bereits viel und schön verteilte Tüpfelung (braune Punkte sind ja bekanntlich kleiner). Ihm folgen die helleren Herren Grün, Blau und Braun, während Herr Gelb immer noch weitestgehend im Eisbärkostüm hockt.
Nachdem unser Sohn das Zählen für sich entdeckt hat und regelmäßig prüft, ob auch „alle sechs Babys so süüüüß und kuschelig“ in der Kiste liegen, einigten wir uns beim Summieren der Punkte über zwanzig auf „zu viele“, wobei ich natürlich noch auf ganz viele mehr hoffe und die Zurückhaltung mit dem Pinsel in gewisser Weise bei dem einen oder anderen auch als gutes Omen für das LUA Gen werte. Hoffen dürften wir ja noch, solange der Gentest nichts anderes sagt.
Die Schritte werden immer koordinierter und vor allem die schwarz getupften Jungs, die als Erste die Glubscher geöffnet haben, sind schon auffallend zielstrebig und fidel unterwegs, während Herr Braun, der seine hübschen Äuglein immer noch weitestgehend bedeckt hält, einen kleinen strategischen Nachteil hat. Die Bewegungen gefallen mir bei allen. Zwar sind sie noch etwas wackelig auf den Beinen, die Gehversuche werden aber immer gekonnter und aktuell erscheint mir glücklicherweise keiner neurologisch auffällig. Alles entwickelt sich genauso wie es soll und es ist kaum zu fassen, was in den letzten wenigen Tagen für Entwicklungsschritte durchlaufen wurden. Die Speckies haben damit (zumindest theoretisch, wenn sie denn wollen) diese hochgradig vegetative Phase aus Schlafen-Fressen-Schlafen hinter sich gelassen. Im Grunde befinden sich die Schnarchnasen aber in einem Dauerentspannungszustand, wenn sie an der Milchbar nicht gerade zu ausgehungerten Piranhas mutieren. Noch kann ich sie daher ganz gut in der Wurfbox halten, wenngleich die Grenzen des Lagers doch hin und wieder neugierig ausgekundschaftet werden.
Das Mähdel ist mittlerweile der totale Hit und etablierter Kuschelpartner, besonders wenn weder Mutti noch ich verfügbar sind. Aber auch die Interaktion unter den Jungs nimmt stetig zu. Sie sind nicht länger nur gegenseitiger Wärmespender und Kopfablage. Es finden zaghafte Spielversuche statt. Da wird hier mal probeweise an der Rute gezupft und dort am Pfötchen geknabbert. Es ist schon ziemlich goldig. Und mit dem kürzlich erworbenen Upgrade der Augen verwechseln sie diverse Stellen an der Unterseite ihrer Geschwister vielleicht auch nicht mehr länger mit Muttis Zitze.
Es ist so ein unglaubliches Privileg diese ersten Lebenswochen ganz intensiv und ungestört mit den Welpen verbringen zu dürfen, mit ihnen zu kuscheln und diesen Duft in der Nase zu haben. Natürlich freue ich mich auf die Interessenten, auf die funkelnden Augen der potentiellen zukünftigen Welpenfamilien, wenn sie die Kleinen zum ersten Mal live sehen und Streicheln können, aber noch bin ich froh, meine Speckmaden nicht teilen zu müssen.
Ein Mal mehr bin ich dankbar dafür, dass alles so problemlos läuft und auch unsere Nächte bereits ziemlich ruhig sind. Dixi ist eine wundervolle Mama und verdient meinen größten Respekt. Würde sie das nicht so souverän rocken, wäre diese Zeit nicht so sorgenfrei. Sie kümmert sich rührend um ihre Welpen, pflegt das Fell, regt die Verdauung an und hält das Lager sauber. Nach dem regelmäßigen Füttern genießt sie ihre wohlverdiente Auszeit aber lieber auf dem Bett neben der Wurfbox statt darin. Von dort aus hat sie einen hervorragenden Überblick, wird aber nicht ständig überfallen und kann unbeschwert dösen und Kräfte sammeln für alles, was noch kommen wird. Ich bin so, so stolz auf sie und froh darüber, in ihr so eine instinktsichere Mama zu haben.
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob eine Einzelbeschreibung dieser Woche sinnig ist, denn die Süßlinge präsentieren sich als geschlossener Haufen, ein wahnsinnig homogener Wurf. Nicht nur bei den Geburtsgewichten und der täglichen Zunahme – wobei sich die Verhältnisse an der Milchbar etwas verschoben haben und nun Herr Grün führt (erstaunlicherweise möchte ich betonen, denn am durchsetzungsstärksten präsentieren sich aktuell die Buben Rot, Orange und Gelb) – sondern vor allem charakterlich. Sie sind sich bisher so extrem ähnlich! Alle unfassbar entspannt, gemütlich, satt und im positiven Sinne wenig unterhaltsam, ich kann mich nur wiederholen. Sie scheinen absolut zufrieden zu sein, keiner meckert, keiner zetert, kaum mal wird irgendetwas gefordert und selbst Mama Dixi gönnen sie ihre verdienten Pausen.
Ich habe natürlich trotzdem versucht, wieder auf kleine Unterschiede zu achten. Dies sind die Beobachtungen dieser Woche:
Herr Blau
Zuvor sehr verträumt und an der Milchbar deshalb immer ein Ticken zu spät, nutzt er nun seinen Vorteil, als Zweiter die Sehkraft erlangt zu haben, und gehört zu denen, die eine Interaktion mit den anderen oder mir beginnen. Neugieriger und wuseliger als alle anderen erforscht er mich, wenn ich mit ihm schmuse, ist aber grundsätzlich die Gelassenheit auf vier Pfoten und lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen. Schlafen geht überall, am liebsten mit dem Kopf irgendwo drauf oder drunter. Er murrt fast nie, zeigt keine Unsicherheiten und nimmt alles wie es kommt. Ein völlig entspanntes und an der Tankstelle nach wie vor ziemlich höfliches Naturell. Auch mit den Punkten hat er sich Zeit gelassen, legt nun aber langsam los, sich herauszuputzen. Beim Erkunden des Wäschekorbs (wenn ich die Bezüge wechsle) ist er als Erster darauf aufmerksam geworden, dass man darüber hinausklettern und ausbrechen könnte. Ob das seinem unerschrockenen Forscherdrang oder dem Thronen über seinen Brüdern zuzuschreiben war, mag ich nicht zu beurteilen.
Herr Grün
Ein sanfter Gentleman, der sich nicht in den Vordergrund drängt, sich nicht beklagt und kaum auffällt. Grund hat er dazu sowieso keinen, hamstert er doch an der Theke und führt konstant das Gewichtsprotokoll an. Nur den Erfolg (oder Prozess) seines ersten eigenständigen Kackerns musste er verkünden, das sollten schließlich alle erfahren. Ansonsten beansprucht er selten das Rampenlicht für sich und nimmt an der Milchbar ohne großartiges Zanken, was er sich schnappen kann. Alleine sieht man ihn eher selten liegen. Entweder er sucht sich selbst einen Kuschelpartner, liegt bereits im Pulk oder jemand kommt herangerobbt und nutzt ihn als Kissen. Gelegentlich startet er erste Spielversuche, viel öfter lässt er sich allerdings einladen und reagiert auf die Knabberattacken seiner Brüder oder erforscht meine Hände.
Herr Braun
Unser Plattenprinz zählt zu den Ruhigen in diesem bisher eh insgesamt ruhigen Wurf. Während ihm die Beinchen als einer der Ersten gehorchen, ihm da niemand etwas vormachen kann und er geschickt durch die Wurfbox tappelt, ist er beim Aufgehen der Augenschlitze der Letzte. Entsprechend sind seine Aktionen noch sehr verhalten und auch die spielerischen Interaktionen mit seinen Brüdern eher limitiert. Dafür liebt er es, mit mir zu schmusen, schmiegt sich genüsslich an und genießt es, wenn ich ihm bewusst die Ohren sanft von der Wurzel bis zur Spitze ausstreiche (TTouch). Gerät er unerwartet halb in den Abstandshalter der Wurfbox, sucht er gelassen nach einer Lösung, ohne in Stress zu verfallen oder um Hilfe zu rufen. Er sticht in dem Haufen einfach nicht heraus und man sieht ihn genauso oft alleine schlummern wie im Pulk liegen. Ein rundum angenehmer Geselle, der pure Entspannung ausstrahlt.
Herr Orange
Er hatte die Glubscher zuerst geöffnet und auch sonst ist er allen ein Ticken voraus. Fidel, taff und mutig erobert er die Wurfkiste, erklimmt abenteuerlustig das Plüschschaf und, wenn Mutti das Lager putzt, weiß er ganz genau, wie er an die oben hängenden Zitzen herankommt. Praktisch immer flutscht er dabei zwar ab, was ihn allerdings weder meckern noch aufgeben lässt. Ein Macher, der sich nicht unterkriegen lässt. Er erblickt mich meist als Erster, erforscht mich ganz interessiert und aufgeschlossen, kommt aber genauso schnell zur Ruhe. Zwischen seinen tiefenentspannten Nickerchen zählt er definitiv zu den Aktiveren, ist herrlich frech, aufgeweckt und quirlig unterwegs. Ist Gewusel, ist er involviert. Auch erste Spielversuche mit den Geschwistern initiiert er gerne, indem er ihnen am Ohr knabbert. Ansonsten kuschelt er gerne mit Mama (er pennt einfach satt an der Milchbar ein) oder mit den anderen am Mähdel. Alleine sieht man ihn nur selten.
Herr Gelb
Momentan der Aktivste, wenngleich nicht der Auffälligste, und mit Abstand der, der es am längsten mit mir aushält, während er meine Streicheleinheiten genießt. Dafür verzichtet er sogar auf die Interaktion mit seinen Geschwistern und beobachtet lieber das wuselnde Treiben vom Seitenrand. Er ist ein super entspannter kleiner Mann, völlig relaxed und ohne Scheu. Aber wehe dem, er könnte eine Mahlzeit verschlafen, undenkbar. Anders als im Spiel, wo er meist reagiert statt agiert, weiß er sich an den Zitzen aktiv durchzusetzen. Dafür döst er dann mit prall gefülltem Bäuchlein selig im Milchkoma. Meist im Haufen. Oben, unten, egal, Hauptsache dabei, wenngleich nicht immer unbedingt mittendrin. Auf den Beinen hält sie sich bereits sehr gut und geht zielstrebig auf Entdeckungstour durch die Wurfbox. Er ist von allen am hellsten getupft.
Herr Rot
Wenn einer charmant meckern kann, dann er. Ist die Milchversorgung zu seiner Wunschzeit ins Stocken geraten, würde er gerne ein paar Töne mit dem zuständigen Mama-Manager wechseln und hat eindeutig das niedlichste murrige Gurren der ganzen Meute. Ansonsten besteht seine Hauptbeschäftigung aus tiefenentspannten Nickerchen und Beobachten. Während er an der Zapfstation von Anfang an sehr präsent ist, zeigt er sich im Verhalten unter den Brüdern weniger forsch, eher zaghaft und sehr lieb. Auch im Wäschekorb oder auf der Waage hockt er meist ganz brav und orientiert sich zunächst in der unvorhergesehenen Veränderung. In der Wurfbox ist er dagegen abenteuerlustig und mutig unterwegs, was ihm die witzigsten Schlafposen an den unmöglichsten Stellen beschert. Und kein anderer kratzt sich so süß am Öhrchen wie er.

























